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These: Der Ansatz geförderter Existenzgründungsfinanzierung in der bestehenden Form ist gescheitert!

Zumindest für die „normalen“ Existenzgründungen mit geringerem Finanzierungsbedarf ist es zunehmend unmöglich, eine klassische Finanzierung über Förderkredite (KfW, LfA) zu erhalten.

Nicht nur unseren umfassenden Erfahrungswerten nach liegen über 90% der Gründungsvorhaben bei einem Finanzierungsbedarf im Bereich 20 bis 80 TEUR.

Die ersten qualifizierten Unternehmensberatungen, die bisher auch Existenzgründerbetreuung angeboten haben, haben dies längst erkannt und gehen entsprechend offen und ehrlich mit Anfragen von Gründern um. Oder stellen das Geschäftsfeld Existenzgründerberatung bereits ganz ein.

Selbst die besten Konzepte werden kaum noch finanziert

Aus unserem Expertenumfeld erreichen uns immer mehr Rückmeldungen, dass selbst die bestgeeignetsten Gründer mit den besten Konzepten werden kaum noch finanziert werden. Auch unsere diversen Bankkontakte bestätigen uns diese Entwicklung nahezu ausnahmslos.

Indikatoren der Finanzierungsmisere

Wir halten folgende Indikatoren fest, die aus unserer (subjektiven) Sicht, die Dramatik der Entwicklung in Richtung Nicht-Finanzierbarkeit von „Standard“-Gründungsvorhaben in Deutschland deutlich machen:

  • Die einzige Bank, die bisher offensiv den Bereich Gründungsfinanzierung angeboten hat – die Grenke Bank – hat dieses Geschäftsfeld zum 30. Juni 2019 beerdigt.
  • Die ersten (in der Regel die wirklich guten…) Gründungberater, steigen aus der Beratung von Gründern aus, da es auch für Berater äußerst unbefriedigend ist, selbst die besten Vorhaben – die von Gründerpersönlichkeit wie Konzept her absolut überzeugen – wenn überhaupt, dann nur noch mit extremen Zusatzanstrengungen, finanziert zu bekommen.
  • Wir haben von Beratern und Finanzierungspartnern Rückmeldungen zu dieser Thematik eingesammelt, die erschreckend eindeutig sind und unsere Annahmen leider nur zu deutlich bestätigen.

Unsere Erfahrungen als Gründungsberater

Die letzten Finanzierungen für Gründungsvorhaben haben wir als SimmCon für unsere Kunden auch nur noch über Umwege realisieren können:

  • Zwei Gründer wurden wegen hervorragendem Businessplan und Persönlichkeit letztlich von Unternehmern aus deren Umfeld finanziert.
  • Eine exzellent geeignete Gründerin mir äußerst überzeugendem Geschäftsmodel und perfekt ausgearbeitetem Business Plan wurde durch die Bank finanziert, aber nur direkt per Bankdarlehen bei Stellung von Sicherheiten aus eigener Immobilie – explizit unter Ausschluss der Option Förderfinanzierung über KfW.

 

Die Fördertöpfe sind gefüllt – warum die Hausbanken trotzdem zögerlich Existenzgründerkredite vergeben

Die Fördertöpfe bei KfW und LfA sind gut gefüllt, aber Gründer/finden kaum noch eine Bank, die bereit ist, als Hausbank (Hausbankprinzip) eine derartige Förderfinanzierung zu beantragen.

Den Banken allerdings darf man unserer Einschätzung nach hierbei sicher kaum einen Vorwurf machen – denn welcher Unternehmer geht freiwillig ein Verlustgeschäft ein?

  • Gemäß unserer Nachfragen bei einigen unserer Bankpartner steht bei derartigen kleineren Finanzierungsvolumina schlicht der Verwaltungsaufwand nicht mehr im Verhältnis zur Vergütung. Beim aktuell niedrigen Zinsniveau ist der Zinsanteil einer KfW Finanzierung für die Banken verschwindend gering.
  • On Top sollen Banken noch anteilig ins Risiko gehen. D.h. selbst wenn seitens KfW 70 bis 80% Haftungsfreistellungen den beantragenden Hausbanken gewährt werden, verbleibt der beantragenden Hausbank noch ein Restrisiko (Obligo) von 20 bis 30% der jeweils gewährten Darlehenssumme.
  • Da gerade im Bereich der Gründungsfinanzierungen ein Ausfallrisiko für gewährte Darlehen überdurchschnittlich hoch ist, verbleit den Banken so keine Möglichkeit der Kompensation dieser Risiken – sprich eine risikoadäquate Kompensation in Form von höheren Zinsen ist nicht gegeben.
  • Kein Investor würde in diesem Umfeld agieren! Für Investoren heißt höheres Risiko gleich höhere Erfolgschancen im Erfolgsfall, also gleich risikoadäquate Verzinsung. Sonst gibt es kein Engagement. Schließlich müssen Ausfälle bei Engagements durch entsprechende höhere Renditen bei erfolgreichen Engagements mindestens kompensierbar sein, damit das gesamte Investmentportfolio einen angemessenen Gewinn abwerfen kann. Für eine Hausbank besteht unter den gegebenen Voraussetzungen diese Möglichkeit der Kompensation durch Erfolgsfälle so nicht – also warum sollte sie sich engagieren?

Sprich: Verlustgeschäft für Hausbanken auch im 100%igen Erfolgsfall zuzüglich nicht kompensierbarer Ausfallrisiken für die Hausbank = logischer Weise kein Engagement der Hausbank!

Wann gibt es in Deutschland endlich Wirtschaftspolitik für Existenzgründer?

Dass diese Situation weder den Standort für Gründer attraktiv macht, noch gesellschaftspolitisch akzeptabel ist, sollte wohl eindeutig sein.Dass diese Situation weder den Standort für Gründer attraktiv macht, noch gesellschaftspolitisch akzeptabel ist, sollte wohl eindeutig sein. Da ja wie vielfach geschworen gerade der Mittelstand, die Selbständigen das Rückgrad unserer Wirtschaft (und Volkswirtschaft) bilden, kann dieser Zustand nur als inakzeptabel qualifiziert werden!

  • Als gefordert sind hier wohl eindeutig weniger die Banken denn die Politik zu sehen!
  • Wollen wir Gründer und Selbständige in Deutschland – ja oder nein?! Wenn ja, dann muss es für diese auch annehmbare Finanzierungsmöglichkeiten geben!

Selbständige, eigentümergeführte mittelständische Unternehmer/innen gehen in der Regel wie selbstverständlich auch massiv ins private Risiko (private Haftung für Kredite ihres Unternehmens), bleiben ihrem Standort auch bei Nachteilen eher treu und sind die letzten die bei negativen konjunkturellen Entwicklungen Mitarbeiter entlassen… sprich leisten einen erheblichen Anteil für das Gesamtwohl unserer Gesellschaft!  

Warum werden diese gerade im Bereich Finanzierung zunehmend von der Politik im Stich gelassen?!

Haben wir nicht generell schon ein zunehmend heftiges Herausforderungsproblem, Nachfolger für bestehende Unternehmen zu finden?!Warum sollten denn junge Menschen das Risiko eingehen, sich selbständig zu machen bzw. Unternehmensnachfolger zu werden, wenn sie derart mit allen damit verbunden Risiken allein gelassen werden und nicht einmal die Chance auf ein Mindestmaß an Unterstützung im Finanzierungsbereich haben?!

Haben junge Menschen, die in diesem Lande Verantwortung übernehmen wollen, indem sie eine Unternehmensnachfolge antreten, denn nicht schon genug mit anderen Entwicklungen zu kämpfen, die sich auch irgendwie unternehmerisch lösen müssen…

  • wie z.B. Fachkräfte gewinnen
  • wie z.B. Unwägbarkeiten DGSVO
  • und und und…

… und dabei wie selbstverständlich Haus und Hof privat als Sicherheiten setzen zu müssen, um überhaupt Finanzierung zu bekommen bzw. entsprechend umfassende private Bürgschaftserklärungen abzugeben.

… und wenn dann mal tatsächlich etwas schief gehen sollte in der Unternehmensentwicklung, dann sehen diese sich auch noch verschärften Regelungen im Bereich Insolvenzrecht mit einhergehenden verschärften Risiken im Bereich der Haftungsansprüche ins Privatvermögen konfrontiert…

Ja Deutschland, genauso motiviert man unternehmerisches Potential für unseren wunderbaren Standort!

Was fordern wir in der Gründungsfinanzierung?

Wir als SimmCon, haben uns seit rund 12 Jahren auf Restrukturierung, Optimierung von kleineren bis mittleren mittständischen Firmen konzentriert und parallel Nachfolgen und Gründungen betreut. Im Bereich Gründungen hatten wir in dieser Zeit weit über 600 Betreuungsanfragen und könne aus dieser unserer internen „Statistik“ festhalten, das ca 95% dieser Gründungsanfragen einen Finanzierungbedarf von 30 bis 80 TEUR aufwiesen.

Wir reden hier also nicht über die wenigen „Leuchtturm Projekte“ mit außergewöhnlichem Wachstumspotenzial, sondern über die Vielzahl „normaler“ Gründungsvorhaben, wie das neue Reisebüro um die Ecke oder den neuen Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Imagefilme oder EDV Support.

Was ist in der Gründungsfinanzierung sinnvoll?

Für all dies „normalen Gründungen“ gilt heute vor allem eines:Für all dies „normalen Gründungen“ gilt heute vor allem eines:

  • die Verbilligung von eh billigen Zinssätzen ist unwesentlich!
  • Wesentlich ist die Chance auf Finanzierung! Gerne auch risikoadäquat finanziert….
  • z.B. eine Verzinsung von 10% – oder mehr – auf den nicht geförderten Anteil (in der Regel 30%) ist aus Sicht eines tragbaren Geschäftsmodells im Bereich Gesamtfinanzierungsvolumen bis 100 TEUR sicher nicht „kriegsentscheidend“ 

Initiativen der SimmCon

Auch SimmCon „streicht vor diesem Hintergrund die Segel“ und fokussiert sich künftig nur noch auf Gründungen im Bereich Unternehmensnachfolge.
Allerdings tun wir dies nicht, ohne gleichzeitig gesellschaftspolitisch aktiv zu werden:

Herr Jörg Simm (GF der SimmCon GmbH) ist ehrenamtlich auch im Präsidium des Bundes der Selbständigen Bayern (BDS Bayern) aktiv engagiert. Eben dieser BDS Bayern ist mir knapp 14.000 Mitgliedsunternehmen das größte Netzwerk Selbständiger in Bayern und dem Standort, der gesellschaftlichen Entwicklung und den dafür in überdurchschnittlichem Maße engagierten Selbständigen Mitglieder verpflichtet. Den Nachwuchs für den Standort Bayern – Gründer – zu unterstützen ist daher eine immanente Selbstverpflichtung gerade für den BDS Bayern.

Von Herrn Simm wurde daher aktuell im Präsidium des BDS Bayern eine Initiative angestoßen, um die Politik auf die Missstände dieser Entwicklung hinzuweisen und gleichzeitig konstruktive Vorschläge zur Beseitigung der sich abzeichnenden Misere anzubieten.

Aussagen zur Misere der Gründungsfinanzierung

Bisher eingesammelte Rückmeldungen in diesen Zusammenhang:

  • „Von unseren Bankkontakten bekommen wir zunehmen Rückmeldungen wie „bitte bringt uns keine Finanzierungsanfragen mehr im Bereich Existenzgründungen. Der Aufwand gerade in Verbindung mit KfW-Beantragungen ist einfach für diese kleinen Beträge ist einfach zu hoch. Noch dazu gibt es in diesem Bereich ein entsprechendes Ausfallrisiko“.
  • „Wir sind aus der Beratung von Existenzgründern ausgestiegen. Es macht für uns keinen Sinn hier zu beraten und mit den Gründern zusammen hervorragende Konzepte zu entwickeln, die dann doch keine Chance auf Finanzierung mehr haben – das ist auch für uns schlicht zu unbefriedigend. Wir nehmen in diesem Bereich nur noch Projekte Unternehmensnachfolge an, da hier Finanzierungslösungen eher noch erreichbar sind.“
    „Ich habe gestern Abend noch mit unserer Hausbank bzgl. … gesprochen. Leider hat mir hier die Bank absagen müssen. Der Grund hierzu ist – wie ich auch von 2 anderen Banken gestern erfahren habe – nicht der gute Geschäftsplan, sondern, dass man momentan so restriktiv in den Kreditabteilungen ist, dass keinerlei Kredite mehr vergeben werden.“
  • „Wenn hier nicht ein AAA-Kunde mit hoher Sicherheiten-Garantie aufschlägt, nimmt man den üblichen Kunden gar nicht mehr an. Branche fällt hier dann ebenfalls raus, weil man nur noch produzierendes Gewerbe mit Assets nehmen würde. Ist wirklich ätzend. Gründungen gehen dann momentan gar nicht. Anders ist es bei Nachfolgen, denn hier wird ja ein bestehendes Unternehmen mit Assets übernommen, so dass hier mit Fördermitteln, etc. gearbeitet wird. Tut mir wirklich leid, aber da können wir dann nicht helfen.“
  • „Zudem hatte ich gestern auch das Gespräch mit einem BDS-Berater, ………aus GAP. Er ist auch – wie Sie – in der Gründungsberatung und da geht ja momentan gar nichts, wenn man abhängig von einer Bank ist. Er hat mir auch einiges erzählt, wobei ich nur den Kopf schütteln konnte: Millionäre aus STA bürgen für die Tochter und deren Mann für eine Gründung, Bank sagt nein, wollen nur Einträge in den Immobilienbesitz der Eltern. Krank ist sowas. Er meint auch, dass sich der BDS hier mehr politisch engagieren müsse, denn viele Vorhaben wie das in IN oder seins in M scheitern immer häufiger, was gar nicht geht.“
  • Rücksprache N.N. BayBG/LfA am 19.9.: Auch BayBG agiert kaum noch bei kleineren Gründungen, da Aufwand im Verhältnis zu hoch – sieht das Ganze auch als Konstruktionsfehler und die Politik als gefordert

Wie ist Ihre Meinung zum Thema „Gründungsfinanzierung“? Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an.“

Tel: +49 (0) 8152/396 456-0

Jörg Simm

Geschäftsführer, Simmcon GmbH

Auch wir bieten Moderationen und Workshops in allen unseren Beratungsbereichen an.